Analog-digital und was sich ändert.
In meinem Kopf fest verankert sind die Größenordnungen von Brennweiten und ihrer Wirkung. Beim althergebrachten Kleinbildformat von 24×36mm, war klar:
Ein Objektiv mit 50 mm Brennweite entspricht einem Normalobjektiv, 28 mm einem guten Weitwinkel und alles was über 50mm liegt, ist demnach ein Teleobjektiv.
Diese Größenzuordnungen haben sich verändert. Wer ein 50mm Objektiv für seine Digitale kauft muss wissen mit welchem Faktor er rechnen muss um die Objektivart zu bestimmen.
Das ist notwendig, weil die Sensorgrößen der digitalen Kameras von denen des althergebrachten Kleinbildfilmformates erheblich abweichen.

„Bei digitalen Spiegelreflexkameras, die auf Kleinbild-Vorgängern basieren, wird das Kleinbildformat von 24 mm × 36 mm als Vergleichsformat verwendet. Die Diagonale der lichtempfindlichen Fläche des Bildsensors multipliziert mit dem Formatfaktor ergibt hier die Diagonale des Kleinbildformats. Die Diagonale des Aufnahmeformats entspricht etwa der Brennweite eines Normalobjektivs für dieses Aufnahmeformat. Bei einem Formatfaktor von 1,5 (bezogen auf das Kleinbildformat) beträgt die Brennweite des entsprechenden Normalobjektivs etwa 50 mm / 1,5 = 33 mm.“ Quelle Wikipedia

Cropfaktor von „to crop: abschneiden, beschneiden“. Die Sensoren der digitalen Kameras sind kleiner als die Bildfläche des Kleinbildfilms. Daher to crop, sie beschneiden den Bildausschnitt.

Ich habe mir ein zusätzliches Objektiv von Sigma gekauft mit der Brennweitenangabe 18-200mm. Der Chip (Sensor) der Canon E0S 450D hat eine Größe von 22.2×14,8 mm. Der Crop Faktor beträgt 1,6. Nicht alle Digitalen arbeiten mit der selben Sensorgröße (Herstellerabhängig), deswegen ist es gut gleich beim Kauf nach der Sensorgröße bzw. dem Cropfaktor zu fragen.
Die Rechnung ist demnach in meinem Fall folgende: 18×1,6 sowie 200×1,6. Mein Objektiv entpricht daher einer nach alten Kleinbildmaßstäben berechneten Brennweite von 28(,8 (Weitwinkel) bis 320mm (Tele).
Diese Veränderung der Abbildungsflächen wirkt sich auch auf die Schärferegulierung aus. (Was ich daran gemerkt habe, dass meine Blendeneinstellungen zu zum Teil sehr unscharfen Ergebnissen führten).

Zitat:
Welche Optik würde beim Kleinbildformat das gleiche Bild bezüglich Ausschnitt und Tiefenschärfe liefern wie eine bestimmte Optik an einer Kamera mit Cropsensor? Hier ist die Sache sehr einfach: Sie können sowohl die Brennweite als auch den Blendenwert mit dem Cropfaktor multiplizieren.

Kurze Zusammenfassung zum Thema Cropfaktor von Andreas Hurni

  • Das Verhältnis der Bilddiagonalen vom Kleinbildfilm zum Bildsensor wird als Cropfaktor bezeichnet. Ein Cropfaktor, welcher grösser als 1 ist bedeutet, dass der Sensor kleiner als das Kleinbildformat ist.
  • Ein Objektiv ergibt bei Verwendung mit einem Cropsensor einen engeren Bildwinkel als beim Kleinbildformat (egal ob Sensor oder Film).
  • Ein kleiner Bildwinkel bedeutet, dass das Motiv formatfüllender abgebildet wird. Die Tiefenschärfe wird dadurch geringer ausfallen.
  • Um mit einem Cropsensor den gleichen Bildwinkel zu kriegen wie beim Kleinbildformat muss eine kürzere Brennweite gewählt werden. Diese wird bei gleicher relativer Blendenöffnung einer grössere Tiefenschärfe bewirken. Bei den üblichen Cropfaktoren von 1.5 und 1.6 beträgt der Unterschied betreffend der Schärfetiefe gegenüber dem Kleinbildformat ungefähr 1 Blendenwert.
  • Dem Verlust an weitem Bildwinkel infolge des Cropfaktor bei kurzen Brennweiten steht ein Gewinn im Telebereich gegenüber. In Anbetracht der Preisverhältnisse bei lichtstarken Teleobjektiven lässt sich locker der Kauf eines der extra für Cropsensoren gebauten Weitwinkelzooms (z.B. 12-24mm) rechtfertigen.“ Quelle

    Auf dieser Seite finden sich auch hilfreiche Tabellen zur Übersicht und es ist der Bericht der mit wenigen Worten am einfachsten beschreibt worum es geht.

Die Lowkey Aufnahme ist das Gegenteil einer Highkeyaufnahme. Sie zeichnet sich aus durch dunkle satte Farbe, tiefe Schatten und helle, leuchtende, kontrastierende Reflexe. . Sie inszeniert mehr Drama und hat eine geheimnisvolle Wirkung. Oft angewendet wie hier in der Aktfotografie.

Als Übung heute mal etwas scharfes;), wenn auch wesentlich undramatischer als ein Akt. Um eine Lowkeyaufnahme in Szene zu setzen, ist es sinnvoll die Kameraautomatik auszustellen, da man idealerweise zu einer Beleuchtung mit Spot (kein diffuses Tageslicht), auch sehr stark unterbelichten muss. Die Kameraautomatik reguliert die Blenden, bzw, die Zeitwerte (oder auch die Iso falls diese ebenfalls auf „auto“ stehen) jedoch immer so, dass „normale“ Belichtungsverhältnisse simuliert werden, verhindert somit den gewollten unterbelichteten Effekt.

So ist Foto1 aufgenommen mit Blendenautomatik nicht besonders gelungen, viel zu hell, der schwarze Untergrund verschwindet nicht im Schatten, die Peperoni wird nicht aus dem dunkel heraus modelliert. Es bleibt simple und alltäglich.

Aufnahmedaten Foto1: f 7.1, 1/125 s, iso 800 (viel zu hoch, iso stand auf auto), 18-200 bei 200mm.

Foto2:
Eine manuelle Kameraeinstellung verbessert das Ergebnis ungemein. Die Belichtungszeit ist bei weit geöffneter Blende (Unschärfe-Efffekt) kurz genug um die dunkle Schale ganz im Schatten verschwinden zu lassen, es bleiben reduzierte Glanzlichter, lange Schatten (in den Peperoni) und eine satte Farbigkeit.



Aufnahmedaten Foto2: f 6.3, 1/80 s, iso 200 (fest eingestellt), 18-200 bei 200mm.

Fazit: für zielgerichtet angewendete Effekte, ist es besser auf Automatikeinstellungen zu verzichten und auf eigene Erfahrungswerte zurückzugreifen. Man kann sich auch seine eigenen Einstellungen sichern…aber dazu ein andermal.

Highkey, Fotografie

Juni 24, 2008

Unter Highkey Aufnahmen versteht man Fotografien mit vorwiegend hellfarbigen bis weißen Farbtönen und wenig dunklem Schatten. Am besten eignen sich Aufnahmen vor hellen bis weißen Hintergründen: Himmel, Schnee, weiße Wände etc. mit hellfarbigen Motiven. Die Beleuchtung ist diffus und ohne Schlagschatten. Eine leichte Überbelichtung des Motivs unterstützt diese Wirkung, allerdings sollte auch in den hellen Motivstellen noch Zeichnung vorhanden sein.

Ich habe auch in Zeiten der analogen Fotografie gerne mit deftigen Farben und „hartem“ kontrastreichen Fotopapier gearbeitet. Eher unterbelichtet statt überbelichtet. Faszinierend finde ich diese hellgrundigen Motive jedoch trotzdem, sie werden gerne in der Mode und in den letzten Jahren auch in der Werbefotografie eingesetzt. Ein kleiner Eindruck, wie so etwas aussehen kann:

Ich hatte bei der Aufnahme die Überbelichtung jedoch etwas zu hoch angesetzt, so dass helle Bildanteilen „wegblitzten“ (innerhalb der Blütenblätter nur weiß und ohne jegliche Struktur waren). Da aber als RAW Format mit 14 bit Farbtiefe fotografiert, ließ sich der Fehler im Bearbeitungstool für RAW Bilder von Photoshop beheben. Überhaupt, wenn man einmal damit gearbeitet hat und sieht wieviel mehr an Bildinformation bei 14 bit vorhanden ist, kommt einem jegliche Bearbeitung unter 8 bit völlig fühllos und wie mit einem Holzklotz vor.

Mit einer neuen Kamera, verhält es sich ein bißchen wie mit einem Haustier, das jeden Tag ausgeführt werden muss.
Gestern führte ich sie (die Kamera) durch den Sommerwald, hier im Taunus, nur ein paar Meter von meiner Haustüre entfernt. Der Juni ist hier in Deutschland wirklich einer der schönsten Monate im Jahr, es blüht, es duftet, es krabbelt überall und es ist so defitg grün, dass wäre man krank, allein schon der Anblick wie reinste Medizin wirkten müßte.
Der Wald hinter meiner Haustür hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. viele Bäume, vor allem Nadelbäume sind nicht mehr, übrig geblieben sind einzelne BaumGruppen. Die Forstwirtschaft ist dazu übergangen sich die Selbstheilungskräfte der Natur zu Nutze zu machen und räumt nicht mehr alles auf, was gefallen ist und wild wächst. So ist ein urwaldartiger, dicht bewachsener anderer Wald entstanden, der einem die vielen alten Märchen und Mythen in Erinnnerung bringt und mit diesem fast „magischem“ Gefühl bin ich gestern dort durchgestreift und habe versucht diesen Eindruck in Bildern einzufangen, ich hoffe es gelingt mir noch mehr davon zu entwickeln.


© R.C. Prantz Originalbilddaten: 34mb, 34×40cm, 240dpi, printable

Mit der Kamera gespielt:) auf der Suche nach dem „eigenen“ Stil.
Wenn man anfängt zu gestalten, egal mit welchem Medium ist es wichtig erst einmal die „Technik“ zu erlernen, damit man nicht nur Zufallsprodukte erstellt, sondern gezielt mit ihr arbeiten kann. Danach, so geht es mir jedenfalls, entwickeln sich im Kopf soviele Ideen, was man damit noch machen kann, dass man garnicht weiß womit zuerst anfangen. Inzwischen, schreibe ich auf und wenn Zeit vorhanden, lass ich solchen Eingaben gerne sofort freien Lauf.

Originalbilddaten: 34mb, 34×40 cm, 240dpi, printable

Kleiner Blick in die fotografische Experimentierkiste

Jetzt habe ich solange am Schärfegrad gedreht bis ich das Ergebnis hatte, was mir vorschwebte. Jedes Härchen gestochen scharf und der Hintergrund nur noch ein fast aquarelliges Farbspiel. Mit Telezoom Objektiv (18-200 mm) Blende 9, 1/320 exposuretime. Mit Hand fokussiert, mit Autofokus geht leicht schief. Die Kamera ist wirklich klasse!

..und noch eins ist mir klar geworden. Dieses Bild habe ich mit „monochrom“ Effekt aufgenommen. Da ich aber RAW fotografiere, bleiben mir trotzdem die Farbinformationen erhalten, den Effekt rechnet die Kamera zwar auch, verschreibt das Bild jedoch nicht damit, wie sonst. So etwas läßt sich wirklich besser hinterher in der Bearbeitung draufsetzen. Aha:)