Rechnen mit dem Crop Faktor
Juni 24, 2008
Analog-digital und was sich ändert.
In meinem Kopf fest verankert sind die Größenordnungen von Brennweiten und ihrer Wirkung. Beim althergebrachten Kleinbildformat von 24×36mm, war klar:
Ein Objektiv mit 50 mm Brennweite entspricht einem Normalobjektiv, 28 mm einem guten Weitwinkel und alles was über 50mm liegt, ist demnach ein Teleobjektiv.
Diese Größenzuordnungen haben sich verändert. Wer ein 50mm Objektiv für seine Digitale kauft muss wissen mit welchem Faktor er rechnen muss um die Objektivart zu bestimmen.
Das ist notwendig, weil die Sensorgrößen der digitalen Kameras von denen des althergebrachten Kleinbildfilmformates erheblich abweichen.
“Bei digitalen Spiegelreflexkameras, die auf Kleinbild-Vorgängern basieren, wird das Kleinbildformat von 24 mm × 36 mm als Vergleichsformat verwendet. Die Diagonale der lichtempfindlichen Fläche des Bildsensors multipliziert mit dem Formatfaktor ergibt hier die Diagonale des Kleinbildformats. Die Diagonale des Aufnahmeformats entspricht etwa der Brennweite eines Normalobjektivs für dieses Aufnahmeformat. Bei einem Formatfaktor von 1,5 (bezogen auf das Kleinbildformat) beträgt die Brennweite des entsprechenden Normalobjektivs etwa 50 mm / 1,5 = 33 mm.” Quelle Wikipedia
Cropfaktor von “to crop: abschneiden, beschneiden”. Die Sensoren der digitalen Kameras sind kleiner als die Bildfläche des Kleinbildfilms. Daher to crop, sie beschneiden den Bildausschnitt.
Ich habe mir ein zusätzliches Objektiv von Sigma gekauft mit der Brennweitenangabe 18-200mm. Der Chip (Sensor) der Canon E0S 450D hat eine Größe von 22.2×14,8 mm. Der Crop Faktor beträgt 1,6. Nicht alle Digitalen arbeiten mit der selben Sensorgröße (Herstellerabhängig), deswegen ist es gut gleich beim Kauf nach der Sensorgröße bzw. dem Cropfaktor zu fragen.
Die Rechnung ist demnach in meinem Fall folgende: 18×1,6 sowie 200×1,6. Mein Objektiv entpricht daher einer nach alten Kleinbildmaßstäben berechneten Brennweite von 28(,8 (Weitwinkel) bis 320mm (Tele).
Diese Veränderung der Abbildungsflächen wirkt sich auch auf die Schärferegulierung aus. (Was ich daran gemerkt habe, dass meine Blendeneinstellungen zu zum Teil sehr unscharfen Ergebnissen führten).
Zitat:
“Welche Optik würde beim Kleinbildformat das gleiche Bild bezüglich Ausschnitt und Tiefenschärfe liefern wie eine bestimmte Optik an einer Kamera mit Cropsensor? Hier ist die Sache sehr einfach: Sie können sowohl die Brennweite als auch den Blendenwert mit dem Cropfaktor multiplizieren.
Kurze Zusammenfassung zum Thema Cropfaktor von Andreas Hurni
- Das Verhältnis der Bilddiagonalen vom Kleinbildfilm zum Bildsensor wird als Cropfaktor bezeichnet. Ein Cropfaktor, welcher grösser als 1 ist bedeutet, dass der Sensor kleiner als das Kleinbildformat ist.
- Ein Objektiv ergibt bei Verwendung mit einem Cropsensor einen engeren Bildwinkel als beim Kleinbildformat (egal ob Sensor oder Film).
- Ein kleiner Bildwinkel bedeutet, dass das Motiv formatfüllender abgebildet wird. Die Tiefenschärfe wird dadurch geringer ausfallen.
- Um mit einem Cropsensor den gleichen Bildwinkel zu kriegen wie beim Kleinbildformat muss eine kürzere Brennweite gewählt werden. Diese wird bei gleicher relativer Blendenöffnung einer grössere Tiefenschärfe bewirken. Bei den üblichen Cropfaktoren von 1.5 und 1.6 beträgt der Unterschied betreffend der Schärfetiefe gegenüber dem Kleinbildformat ungefähr 1 Blendenwert.
- Dem Verlust an weitem Bildwinkel infolge des Cropfaktor bei kurzen Brennweiten steht ein Gewinn im Telebereich gegenüber. In Anbetracht der Preisverhältnisse bei lichtstarken Teleobjektiven lässt sich locker der Kauf eines der extra für Cropsensoren gebauten Weitwinkelzooms (z.B. 12-24mm) rechtfertigen.” Quelle
Auf dieser Seite finden sich auch hilfreiche Tabellen zur Übersicht und es ist der Bericht der mit wenigen Worten am einfachsten beschreibt worum es geht.







Juni 25, 2008 at 1:56
Interessanter Artikel in chip-online zum Verhältnis Pixelanzahl und Sensorgröße, bzw. wie viele Pixel passen auf den Sensor, ohne dass die Bildqualität wegen einer zu kleinen Sensorfläche in Rauschzustände verfällt.