RAW oder JPEG, wer die Wahl hat, hat die Qual
Juli 24, 2008
Ich war weg und meine Kamera auch:). Natürlich war ich am Meer (wohin sollte ich sonst wollen) und wollte das Meer, den Sand, die Wolken auf meinem Kamerachip mit nach Hause nehmen. Ein Laptop war auch mit dabei, so dachte ich, könnte ich mir abends ansehen, was ich tagsüber geschossen habe.
Typischer Fall von Denkste oder mangelhafter Vorbereitung. Die mit der Kamera mitgelieferte CD mit den erforderlichen Programmen zur nachträglichen Bildbearbeitung auf PC hatte ich mit der Überlegung zu Hause gelassen, dass unser Photoshop CS2 auf dem Laptop dafür ausreicht.
Nun fotografiere ich bevorzugt im RAW Format:
RAW (engl) = Roh, ist ein DateiFormat in der Digitalfotografie, bei der die Kamera während des Fotografiervorgangs die Bilddaten ohne zusätzl. Bearbeitung auf das Speichermedium überträgt. Also ROH. Wichtig zu wissen:
Trotz relativ ähnlicher Technik der digitalen Bildsensoren, sind abgespeicherte RAWFormate unterschiedlicher Hersteller und Modelle nicht zueinander kompatibel!
“Die digitalen Rohdaten liegen nach dem Aufnehmen und Speichern in einem proprietären Format vor, das, wenn es nicht durch Reverse-Engineering entschlüsselt wurde, nur mit der Software des jeweiligen Herstellers oder einigen speziellen Anwendungen von Drittanbietern verarbeitet werden kann. Aktuelle Bildbearbeitungssoftware besitzt jedoch integrierte RAW-Konverter für das Einlesen von Rohbildern, jedoch ist dies und deren Verarbeitung sehr ressourcenintensiv und zeitraubend. Viele Kameras binden ein Vorschaubild als JPEG in die Datei ein, das kameraintern für die Bildkontrolle benutzt wird und auch am Computer eine schnelle Vorschau ermöglicht.”
Zurück zu meiner Geschichte, beim Versuch die von der Kamera übertragenen Bilder auf dem Laptop mit PS CS2 zu öffnen, stellte ich fest, dass unserer Version offensichtlich der passende Konverter fehlt. Da wir keine Internetanbindung hatten, noway, dies nachträglich zu organisieren, aber ich erinnerte mich dass meine Kamera, es zuläßt mehrere Formate gleichzeitig abzuspeichern:
Einstellungen zur Bildqualität unter dem Menüpunkt Qualität an der Canon (Vorsicht diese Optionen stehen nicht vollständig zur Verfügung bei vorgewählten Programmeinstellungen):
geringe Qualität:
S: ca. 3,4 Megapixel, dateigröße: 0,8 MB
S: ca. 3,4 Megapixel, dateigröße: 1,6 MB
mittlere Qualität:
M: ca. 6,3 Megapixel, dateigröße: 1,3 MB
M: ca. 6,3 Megapixel, dateigröße: 2,5 MB
hohe Qualität:
L: ca. 12,2 Megapixel, dateigröße: 2,2 MB
L: ca. 12,2 Megapixel, dateigröße: 4,3 MB
hohe Qualität:
Raw: ca. 12,2 Megapixel, dateigröße: 15,3 MB
RAW +L: ca. 12,2 Megapixel, dateigröße: 15,3 MB +4,3 MB
alle Daten S, M, L werden im jpg oder jpeg Format gespeichert, das zwar in jedem Bildbearbeitungsprogramm ohne Konverter geöffnet werden kann aber (wegen der Komprimierung) verlustreich ist.
Ich wählte RAW + L und hatte damit das Problem im Grunde gelöst. Denn wie aus den technischen Daten hervorgeht, legt die Kamera bei dieser Einstellung 2 Bilder ab, eines im RAWFormat und eines als jpg, zur schnellen Ansicht. Da ich eine Speicherkarte für viele RAWbilder und schnelles speichern besorgt hatte: SanDisk extreme 4GB, war die Anzahl der Bilder, die ich pro Tag fotografieren konnte, immer noch hoch genug, um aus Quantität auch Qualität auswählen zu können.
Warum ich soviel Wert auf RAW lege?
Weil nachträgliche Korrekturen am Bild bei der vorhandenen Datenmenge um vieles sensibler durchgeführt werden können, als z.B. bei Daten im jpg. Format. Schwierige bzw. extreme Lichsituationen wie z.B. Gegenlicht führen leicht zu optischen Bildstörungen (u.a. chromatische Aberrationen mein nächstes Thema), die man nachträglich mildern oder beseitigen kann.
Wann mehr Megapixel Auflösung notwendig werden:
unabhängig von RAW oder JPEG bestimmt die Anzahl der aufgenommenen Megapixel, die Endgröße eines eventuell gewünschten Abzugs auf Papier.
Hier eine ungefähre Orientierung für Bildabzüge:
bei einer S Einstellung: klein: 14,8 x 10 cm, groß: 17,8 x 12,7 cm
bei einer M Einstellung: klein/groß max A4 (29,7 x 21 cm)
bei einer L, RAW oder RAW + L Einstellung: klein/groß max A3 (42 x 29,7 cm)
Achtung: Für die Bildbearbeitung im RAW Format bedarf es wie oben erwähnt der kameraeigenen Software oder eines EBV (elektronische Bildbearbeitung) Programms, das einen entsprechenden Konverter besitzt. Siehe auch Kommentar unter diesem Blog.






