Aufgeschnappt

August 28, 2008

Ich schaue mich viel im großen www um und in anderen Fotoblogs. Beim Lesen einiger Kommentare zum Thema Fokussieren und Autofokus wurde ich des öfteren stutzig. Mit meiner analogen SLR war ich es gewohnt manuell zu fokussieren. Seitdem ich digitale Kameras hatte, hat er mich immer genervt, der Autofokus, weil er entweder auf das Falsche scharf stellte oder das Fotografieren gar ganz verhinderte durch ewiges hin- und herpumpen. Aber kann es sein, dass heute manch einer garnicht weiß, dass man den Autofokus ausschalten kann und manchmal auch sollte? :) ein Generationssprung?

Beim für Samstag angekündigten „Photo Walk“ gab es in Rhein Main keine Teilnehmer. Während andere in Nürnberg und München unterwegs waren, bin ich auf eigene Faust durch Frankfurt gezogen.

Zu den Motiven: Motivsuche ist an Orten, die einem nicht geläufig sind, wie die eigene Westentasche immer ein Experiment. Ich brauche ein wenig Zeit um mich zu aklimatisieren, an den optischen Overflow von Menschen, Architektur, Lichter, Farben. Die Skyscraper hatte ich beschlossen, stehen ganz hinten in der Motivliste Es gibt nichts, wovon es mehr Fotos gibt. Das Licht war leider erst mäßig, grau und diffus, gegen Mittag stellte sich aber doch die Sonne ein. So habe ich mich in der Fußgängerzone meinen Eindrücken ergeben. Die vielen Baustellen haben mich gereizt, wegen der knalligen Farben, unterschiedlichen Flächen und auch der stürzenden Linien. Außerdem prägen sie das Stadtbild sehr. Sogar der Dom ist verpackt. Zum Abschluß konnte ich dem „Roemer“ noch eine Gegenlichtaufnahme entlocken, die symbolischerweise die Türme von Rathaus, Pauslkirche (hier tagte das erste deutsche Parlament) und Commerzbank vereint… und dann war der Tag auch schon um.

Frankfurt Main, Germany, city, Roemer
für mehr Fotos einfach auf das Bild klicken.

Bildaussage verstärken

August 26, 2008

… durch Nachbearbeitung

In Fotos steckt manchmal mehr, als die reine Aufnahme wiedergibt. Aussage läßt sich oft durch entsprechende Nachbearbeitung verstärken.
Dieses Beispielbild fotografierte ich in meinem Garten, in dem die Pfingstrosen gerade verblühten. Schön fand ich die farbigen Muster und Strukturen, die sich dadurch ergaben. Das Foto wurde aufgenommen mit fast ganz geöffneter Blende und kurzer Belichtungszeit bei bewölktem Himmel, sprich diffuser Beleuchtung.


Im Ergebnis gefiel mir  das satte Grün am Bildrand nicht; es kontrastiert die zarten Pinktöne zu stark und lenkt außerdem von der Struktur, die mich ja zu dem Foto inspiriert hatte, ab. Ergo der griff in die Photoshopkiste: Über Auswahl/Farbbereich selektierte ich den Grünbereich, versah ihn mit einer weichen Auswahlkante und ersetzte ihn durch Weiß. Mittels Strukturfiltern, Kontrasteinstellungen, Farbkorrekturen arbeitete ich mich dann behutsam zu diesem Ergebnis vor:

So wird klarer, was ich sah und fotografieren wollte, das Foto bekommt den Hauch einer Illustration und eines abstraken Bildes.

Der Eindruck im Detail:

so fertig für heute:)

Ich will ans Meer!

August 19, 2008

Concarneau Hafen

Concarneau Hafen

Sofort. Jawohl. Wer kennt nicht diese sehnsuchtmachenden Fotos vom Meer. Leuchttürme mit Gischt umspritzt, Blaue Himmel. Gleitende Segler. Im Internet habe ich die Seite von Philip und Guillaume Plisson erstöbert, die nichts anderes tun als das Meer zu malen und zu fotografieren. Bekannt sind sie durch Bücher wie das Meer, das auch ich im Schrank stehen habe. Philip ist sogar „Peintre de la Marine“. Ja die französische Marine stellt Maler als Offiziere ein und auf diese ist sie sehr stolz. Wer aber wie ich im teutschen Binnenland wohnt, dem  bleibt vorerst nichts als ein Umzug, ein netter Sponsor, oder das Blättern in Büchern und auf Webseiten von den Plissons.

Buch Weltmeere 2008

Buch Weltmeere 2008

Der Kreuznacher Jahrmarkt wurde schon gefeiert zu Napoleons Geburtstag (ja wir Linksrheiner sind historisch bedingt leicht französiert, in guten und in schlechten Zeiten) Der Jahrmarktsbesuch an sich, ist für mich eine nostalgische Angelegenheit, alte Familentradition aus Großpapas Zeiten, die stürmische Jugendzeiten überlebt hat bis heute. So kenne ich ihn wie meine Westentasche und weiß auch welche Orte prima geeignet sind zu einem Fotoshooting. Zugegeben ich war dort das erstemal mit dickem Stativ unterwegs, hatte eine wenig Bammel vor der anstürmenden Masse, aber es klappte viel besser als ich dachte. Es gibt dort einen kleinen Damm (den Debedeedamm) der das Gelände vor Hochwasser von der Nahe schützt. Dort hat man einen Blick über die Köpfe der Menge, was mit Stativ sehr nützlich ist. Es ist auch immer ein Standort für mehrere Fahrgeschäfte. Fotografiert habe ich mit kleiner bis kleinster Blende (22-32), was statisch war, sollte auch mit Sicherheit scharf werden. Brennweiten habe ich unterschiedliche benutzt von Weitwinkel bis Tele. Belichtungszeiten von 1-2 s. Ein kleines Malheur ist mir passiert, weil ich veregaß  die Asazahl von 400 auf 100 hinunterzustelllen. Beim Betrachten der Aufnahmen in groß, habe ich aber mit Freude und Erstaunen festgestellt, dass so gut wie kein „Pixelrauschen“ vorhanden ist, wenn ich es nicht selbst bei der Nachbearbeitung hineinarbeite. Die schon unendlich oft fotografierten Motive wie Riesenrad und Kettenkarussel sind dieses mal nicht dabei, ich fand die moderneren Karusslle technisch interessanter. Aber was nicht ist ….

Hier meine Ergebnisse mit „intergalaktischen Flair“ und mächtig viel „bunt“:

long exposure light painting on "Jahrmarkt" fair  Bad Kreuznach 2008

ateliersite - View my 'jahrmarkt' photos on Flickriver

Ich hatte vor zwei Jahren bereits auf Youtube dieses Video entdeckt:


und wollte mir die dort entstandenen Arbeiten endlich einmal ansehen. Vorgestern abend hatten wir herrliches Licht hier im Rheintal und so habe ich mich auf den Weg gemacht, zur hessisch-rheinlandpfälzischen Staatsgrenze. Ich finde es hat sich gelohnt, die Brückenkopfgraffities sind wirklich sehenswert in ihrer Qualität.
Zwei Bilder hier, der Rest ist bei Flickr zu sehen, einfach auf die Bilder klicken.
streetart
streetart
Schade, eigentlich, dass sie wie alle Graffities in solchen „Schmuddelzonen“ zu finden sind und dort völlig ungeschützt allem ausgesetzt sind, was einer Graffiti so passieren kann. Zum Beispiel auch dem „überarbeiten“.  So ist es vielleicht ganz gut sie abzulichten und zu dokumentieren, was dort jetzt ist, um zu sehen was später dort noch entsteht. Die Bilder selbst sind phantasievoll und gelungen. Tolle Illustrationen! Wer immer sie auch geschaffen hat, eine tolle Arbeit.

ateliersite - View my 'streetart' photos on Flickriver

und ein interessanter Artikel des Goethe Instituts zum Trendsetter Streetart: Männchen für München: Kunst in den Straßen, massenweise, kostenlos – und illegal