Langzeitbelichtungen on Tour: Jahrmarkt Bad Kreuznach 2008
August 18, 2008
Der Kreuznacher Jahrmarkt wurde schon gefeiert zu Napoleons Geburtstag (ja wir Linksrheiner sind historisch bedingt leicht französiert, in guten und in schlechten Zeiten) Der Jahrmarktsbesuch an sich, ist für mich eine nostalgische Angelegenheit, alte Familentradition aus Großpapas Zeiten, die stürmische Jugendzeiten überlebt hat bis heute. So kenne ich ihn wie meine Westentasche und weiß auch welche Orte prima geeignet sind zu einem Fotoshooting. Zugegeben ich war dort das erstemal mit dickem Stativ unterwegs, hatte eine wenig Bammel vor der anstürmenden Masse, aber es klappte viel besser als ich dachte. Es gibt dort einen kleinen Damm (den Debedeedamm) der das Gelände vor Hochwasser von der Nahe schützt. Dort hat man einen Blick über die Köpfe der Menge, was mit Stativ sehr nützlich ist. Es ist auch immer ein Standort für mehrere Fahrgeschäfte. Fotografiert habe ich mit kleiner bis kleinster Blende (22-32), was statisch war, sollte auch mit Sicherheit scharf werden. Brennweiten habe ich unterschiedliche benutzt von Weitwinkel bis Tele. Belichtungszeiten von 1-2 s. Ein kleines Malheur ist mir passiert, weil ich veregaß die Asazahl von 400 auf 100 hinunterzustelllen. Beim Betrachten der Aufnahmen in groß, habe ich aber mit Freude und Erstaunen festgestellt, dass so gut wie kein „Pixelrauschen“ vorhanden ist, wenn ich es nicht selbst bei der Nachbearbeitung hineinarbeite. Die schon unendlich oft fotografierten Motive wie Riesenrad und Kettenkarussel sind dieses mal nicht dabei, ich fand die moderneren Karusslle technisch interessanter. Aber was nicht ist ….
Hier meine Ergebnisse mit „intergalaktischen Flair“ und mächtig viel „bunt“:
Bewegungsunschärfe – lange Verschlusszeiten
Juni 25, 2008
.. oder wie man die Zeit mit dem Fotoapparat einfängt …
Technische Informationen:
Die Verschlusszeit, ist der Zeitraum, innerhalb dessen Licht auf den Sensor/Film fällt, nachdem man auf den Auslöser gedrückt hat. Klick… klack. Die Verschlusszeit ist abhängig von Objektivbrennweite, Iso, und eingestellter Blende. Von Objektivbrennweite insofern, dass bei einem kurzen weit geöffneten Weitwinkelobjektiv, mehr Licht eindringen kann als bei einem langen dunklen Telerohr mit kleiner Blendenöffnung.
Hier eine Beispiel Reihe der Belichtungszeiten:
| 30 Sekunden | 15 Sekunden | 8 Sekunden | 4 Sekunden | 2 Sekunden | 1 Sekunde |
| 1/2 Sekunde | 1/4 Sekunde | 1/8 Sekunde | 1/15 Sekunde | 1/30 Sekunde | 1/60 Sekunde |
| 1/125 Sek. | 1/250 Sek. | 1/500 Sek. | 1/1000 Sek. | 1/2000 Sek. | 1/4000 Sek. |
Wie man gut sehen kann, ist eine Stufe höher immer doppelt solange und eine Stufe niedriger halbiert die Zeit.
Richtwert: Ab 1/30 s ist Verwacklungsgefahr gegeben (bei normaler Ausstattung), während man 1/60s noch gut aus der Hand fotografieren kann.
Stilistisches Ausdrucksmittel:
Eine kurze Verschlusszeit hält jede Bewegung wie „eingefroren“ fest, egal ob das Motiv läuft, rennt oder fährt. So entstehen zum Beispiel solche Fotos. Auch ist bei kurzer Verschlusszeit die Gefahr des Verwackelns beim Fotografieren aus der Hand relativ gering.
Ein schöner Effekt, den man mittels langer Verschlusszeit erzielen kann, ist die Bewegungsunschärfe. Am besten man packt für solche Aufnahmen gleich ein Stativ ein. Ausprobieren läßt sich das an Motiven mit fließendem Wasser, sich bewegenden Menschen (Sport) oder im Straßenverkehr.
Als Beispiel hier ein Motiv an einer Fußgängerampel innerhalb einer Fußgängerzone. Bei f/32, 100Iso, 2,5s, Brennweite 59mm (Objektiv 18-200mm) aufgenommen. Die sich bewegenden Menschen, die hin- und hergehen sind fast gar nicht mehr zu sehen. Belichtet man lange genug sind sie ganz weg, als wären sie nie dagewesen. Hingegen bleiben statische Bildanteile wie Gebäude und Straßenschilder scharf stehen. So macht Fotografie Zeit erfassbar!









